[Rezensionsexemplar] Der dunkle Schwarm – Marie Grasshoff

[Rezensionsexemplar] Der dunkle Schwarm – Marie Grasshoff

„Der dunkle Schwarm“ ist kein neues Buch von Marie Grasshoff in dem Sinne, dass die Story erst mit dem Buch erschienen wäre, da es sich bei diesem Buch um die gedruckte Variante des Hörbuches „Der dunkle Schwarm“, welches Marie für audible geschrieben hat, handelt. Für mich persönlich war es aber neu, da ich das Hörbuch nicht gehört habe, wodurch ich jetzt gespannt in die Welt von Atlas und Julien eintauchen konnte. Ich bin ehrlich, am Anfang war ich etwas skeptisch, da ich mir nicht sicher war, ob ich den Krimi/Thriller-Aspekt mögen würde und ob mir die technische Seite nicht doch etwas zu hoch wäre. Ob mich das Buch abgeholt hat, erzähle ich euch heute näher. 🙂

  • Anzahl der Seiten: 349
  • Verlag: Bastei Lübbe
  • Preis: 15,00€
  • ISBN: 978-3-404-20973-6
  • Link zum Buch*

Im Jahr 2100 verbinden die Menschen ihr Bewusstsein über Implantate zu sogenannten „Hive-Minds“. Die junge Atlas profitiert davon gleich doppelt: Tagsüber arbeitet sie als Programmiererin für den größten Hive-Entwickler. Nachts betreibt sie unter dem Decknamen Oracle einen lukrativen Handel mit Erinnerungen, die sie aus Hive-Implantaten stiehlt. Eines Nachts berichtet ihr ein Kunde namens Noah von dem Mord an einem ganzen Hive – eigentlich eine technische Unmöglichkeit. Er bietet ihr eine horrende Summe dafür an, den Täter zu finden. Atlas lässt sich auf den Deal ein – und ist bald auf der Flucht vor der Polizei, Umweltterroristen und Auftragsmördern …

Das Cover ist das gleiche wie das des Hörbuches. Damit also nichts neues und ich persönlich finde es auch echt nicht hübsch. Also es schreit zwar Science-Fiction vielleicht, aber mich spricht es überhaupt nicht an. Innen die Gestaltung finde ich da ansprechender! Mega cool finde ich die Kapitelüberschriften. Die sind richtig schön poetisch. Auch die Länge der Kapitel finde ich mega angenehm. Ich war da etwas skeptisch, weil die Geschichte ja für ein Hörspiel als Episoden geschrieben wurde, aber es passt auch als Buch perfekt.

Zu Beginn der Geschichte war ich sehr skeptisch, ob mir die doch technisch anmutende Beschreibung zusagen würde. Deswegen wollte ich das Buch auch eigentlich gar nicht erst lesen. Die Androiden, Hypes und Dyson Swarms klangen sooo komplex, sodass ich mir sicher war, dort nichts zu verstehen. Im Nachinein kann ich aber sagen, dass meine Angst dahingehend unbegründet war. Ja, es ist einiges an Technikkram dabei, eventuell hätte die Autorin dazu auch mehr Input geben können/müssen, damit man es zu 100% versteht, aber auch so war es verständlich und nachvollziehbar.

Dementsprechend bin ich auch wirklich gut in die Geschichte reingekommen. Es ist, im Vergleich zur „Neon Birds“-Trilogie um einiges düsterer und irgendwie härter, was aber gar nicht schlimm ist. Vielmehr fand ich die Welt aufregend und interessant. Die Autorin hat eine spannende Idee in ein interessantes Szenario verpackt und durch einige Wendungen und überraschende Geheimnisse eine fesselnde Geschichte kreiert. Trotz der vielen Wendungen muss ich aber sagen, war es für mich teilweise etwas zu vorhersehbar. Gerade das Ende habe ich schon in der Mitte des Buches erahnt, wenn auch der Mörder für mich eine große Überraschung war.

Maries Schreibstil macht es einen auch sehr leicht, flüssig durch die Handlung zu fliegen. Ich mag ihren lockeren und leichten Schreibstil sehr gern. Die kurzen Kapitel haben mir auch mega gut gefallen. Es kommen auch in den recht kurzen Kapiteln sehr viele Emotionen und Spannung auf, sodass es nie langweilig wird. Das hat mir sehr gut gefallen!

Die Charaktere fand ich alle auf ihre Art sehr faszinierend. Atlas ist eine starke, wenn auch teilweise recht emotionslos wirkende Protagonistin. Sie weiß, was sie will und kann sich demnach auch durchsetzen. Interessant fand ich, dass es diesmal eine Protagonistin war, die nicht unbedingt auf der Seite der „Guten“ stand, sondern vor allem ihre eigenen Interessen vertreten hat. Im Verlauf der Geschichte hat Atlas einige Veränderungen mitgemacht, sodass ich gespannt bin, wo sie sich noch hinentwickeln wird. Julien, ihr Andorid-Bodyguard hat mir richtig gut gefallen. Gern hätte ich mehr über ihn erfahren! Er ist super loyal und als Android auch echt cool. Vor allem seine Kampfkünste und sein fürsorgliches Verhalten haben mich überzeugt. Noah rundet die Geschichte gut ab, auch wenn er für mich bis zum Ende hin irgendwie ein kleines Rätsel blieb, da ich das Gefühl hatte, er führt etwas im Schilde. Für mich war er nicht so einfach einzuordnen. Wer weiß, vielleicht kommt da ja auch nocheinmal etwas.

Die Handlung war für mich durchgehend fesselnd und spannend. Von der ersten Seite bis zur letzten wollte ich wissen, was hier passiert. Dass ich das bei einem „thrillermäßigen“ Buch einmal schreibe, hätte ich nicht gedacht. Klar ist, dass Mord und Gewalt eine Rolle spielen. Beides wird im Buch thematisiert, aber in einem Maße, das völlig in Ordnung ist. Der Ermittlungsteil war spannend und für mich interessant nachzuvollziehen. Da kamen einige krasse Geheimnisse ans Licht, die die Geschichte spannend gehalten haben.

Insgesamt hat mir das Buch wirklich gut gefallen. Die Geschichte rund um Atlas, Julien und Noah hat mich von der ersten bis zur letzten Seite fesseln können. Ich war von einigen Wendungen mehr als nur ein bisschen überrascht. Das Ende empfand ich dann aber leider als zu vorhersehbar und zu schnell herbeigeführt. Dort wäre eine spannende Wendung cooler gewesen. Atlas ist eine tough Protagonistin, der ich gern durch die Handlung gefolgt bin. Die Geschichte hat einige Fragen offen gelassen, auf deren Beantwortung ich mich in einem eventuellen zweiten Band sehr freuen würde. Die Üerschriften waren einfach richtig mega und auch die Gestaltung als kurze Kapitel, die an das Hörspiel angelehnt sind, haben mir super gefallen. Ich habe mich trotz der vielen technischen Daten gut in die Welt hineinversetzen können. Ein paar mehr Erklärungen diesbezüglich hätte ich mir aber trotzdem gewünscht.

Eure Michelle

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Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars und des Klappentextes.
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