[Rezensionsexemplar] Underworld Chronicles: Verflucht – Jackie May

[Rezensionsexemplar] Underworld Chronicles: Verflucht – Jackie May

Auf dieses Buch habe ich mich wirklich gefreut, da der letzte Jugendroman von Kelly Oram mich doch unterhalten konnte. Deswegen war ich gespannt, was sie nun im Fantasy-Bereich mit ihrem Mann unter dem Pseudonym Jackie May geschrieben hat und ob es genauso gut ist, wie „Girl at Heart“. Jedoch muss ich gleich zu Beginn sagen, dass das schöne Cover von einem wirklich weniger schönen Inhalt hinwegtäuscht. Ich habe selten etwas soo unpassendes und sexistisches gelesen, wie hier geschrieben wurde. Ich kann nur jedem von diesem Buch abraten. Schade!

  • Anzahl der Seiten: 304
  • Verlag: ONE
  • Preis: 17,00€
  • ISBN: 978-3-8466-0124-2
  • Link zum Buch*

In Detroit wimmelt es nur so vor gefährlichen Kreaturen – und Nora Jacobs ist eine der wenigen, die davon weiß. Ihr Fähigkeiten konnten sie jedoch bisher vor Schlimmerem bewahren. Bei einem nächtlichen Zwischenfall im düsteren Underworld Club ändert sich das jedoch schlagartig, als der mächtigste Vampir der Stadt auf sie aufmerksam wird und ihre Kräfte für sich nutzen will. Immer mehr Unterweltler verschwinden aus Detroit, und Nora soll helfen, sie wieder aufzuspüren. In Troll Terrance findet sie dabei schnell einen engen Verbündeten. Doch die Zeit wird knapp. Und Nora beginnt sich zu fragen, wie zum Teufel sie lebend aus dieser Situation herauskommen soll …

Oh man, hier bei diesem Buch habe ich mich vom schönen Schein des Covers täuschen lassen. Dieses hat mich nämlich sofort angesprochen und gefällt mir auch jetzt noch sehr gut. Die Fledermäuse machen klar, worum es sich hauptsächlich dreht und das gefällt mir wirklich gut. Auch die schattenhaft gestaltete Frau, die wahrscheinlich Nora darstellen soll, finde ich schön gemacht! Also das Cover ist ein echter Hingucker.

Aber leider ist das auch schon fast das einzig positive an dem Buch. Der Schreibstil selbst ist auch noch sehr flüssig und angenehm, wenn auch etwas sehr gehetzt und chaotisch, zu lesen, aber leider ist der Inhalt es, der mich sauer aufstoßen lässt. Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass es auch gleich zu Beginn einige Triggerwarnungen gibt. Diese sollte man auch wirklich lesen, da das Buch nichts für „schwache Nerven“ ist. Und vor allem auch nicht in die Hände zu junger Leser:innen geraten sollte!!!

Ich möchte auch hier betonen, dass ab jetzt Spoiler auftreten können. ACHTUNG, wer nicht gespoilert werden möchte, sollte jetzt nicht weiterlesen!

Gleich zu Beginn der Geschichte lernen wir Nora kennen. Eine junge Frau, die bei der Berührung von Menschen und Gegenständen, deren Emotionen und Gedanken spürt bzw. sehen kann. Und das hat sie schon vor einigen Dingen gerettet, aber auch in ein paar miese Situationen hineingetrieben. Schon direkt am Anfang hat Nora ein ungutes Gefühl, das sie sich in Gefahr befindet, was sich dann auch bewahrheitet. Xavier, der Sohn ihres Vermieters, lauert ihr nämlich auf und hat keine guten Intentionen. Um genau zu sein, hat Xavier sogar richtig krass kranke und richtig schlimm sexualisierte Gedanken. Was dieser Junge sich denkt, ist wirklich nicht mehr normal oder akzeptabel. Da kann ich Noras Handlungen dann auch verstehen, aber trotzdem kann und möchte ich sowas nicht lesen oder akzeptieren.

Wenn ich ehrlich bin, hat das Buch mich schon auf den ersten 20 Seiten verloren. Die Story ist sooo flach, wenn man in dieses Buch überhaupt eine Handlung hineininterpretieren möchte. Nora tat mir wirklich richtig leid. Im Prinzip hat sie nur schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht. Endweder diese haben oder wollen ihr etwas schlimmes antun. Und ständig wird sie auf irgeneine Art und Weise sexualisiert. Als hätten alle Männer bei ihr nur das eine im Kopf und könnten auch über nichts anderes nachdenken. Widerlich!

Die Grundidee der Agency und einer Ermittlerin mit Psychometrie als Fähigkeit war grundsätzlich interessant und hätte auch spannend werden können. Dazu hätte aber eine Handlung rund um die Fähigkeit gebaut werden müssen. Und das fand nicht statt. Das Buch war so krass inhaltsarm, das hätte man sich auch sparen können.

Ich bin ganz ehrlich: Ich habe selten so ein schlechtes Buch gelesen. Ich weiß nicht, was schlimmer ist: wie hier mit sensiblen Themen umgegangen wird oder wie widerwärtig, triebgesteuert die Typen dargestellt werden und was Nora alles ertragen muss. Ich verstehe wirklich nicht, mit welchem Zweck dieses Buch geschrieben wurde. Eins kann ich aber schon mal sagen: zur Unterhaltung dient dieses Buch nicht. Nicht nur, dass die Typen moralisch sehr fragwürdig Handeln und doch echt übergriffiges Verhalten an den Tag legen, ohne wirkliche Konsequenzen zu spüren. Nichts von dem, was hier passiert, wird in irgendeiner Form aufgearbeitet oder kritisch reflektiert. Einfach eine Triggerwarnung auf die ersten Seiten zu packen, reicht dafür nicht.

Durch diese ganzen sexistischen und übergriffigen Szenarien bleibt für mich die Handlung und das Setting sehr auf der Strecke. Es wurde dadurch sooo austauschbar. Hier hätte man die Umgebung wirklich mehr Beschreiben können, sodass die Schauplätze greifbarer und anschaulicher hätten werden können. Doch davon geschieht absolut nichts. Enttäuschend! Leider sammeln sich in diesem Buch super viele Logikfehler an, die die kaum existente Handlung noch mehr zerstört haben. Auch die Charaktere handeln echt unauthentisch. Ein Meistervampir, der sich kaum unter Kontrolle hat und Nora, die einen auf super cool macht und sich im nächsten Moment ins nächste Loch verkriechen will? Ich weiß ja nicht.

Die Idee mit den verschiedenen Wesen wie Vampiren, Trollen und Werwölfen fand ich ganz cool, auch wenn es echt nichts Neues mehr war. Dadurch, dass jeder Typ aber dann Anspruch auf die Hauptprotagonistin erhoben hat, hat mir auch diese Sache irgendwie madig gemacht.

Ich empfand dieses Buch als wirklich schlimm und nicht zu empfehlen. Wenn ich mir vorstelle, dass das als Jugendbuch klassifiziert wird, sodass junge Kinder dieses Buch lesen, gruselt es mich. Hier werden so viele Themen angeschnitten und mehr schlecht als Recht behandelt, geschweige denn ansatzweise reflektiert dargestellt, sodass Jugendliche entweder so verstört sind, wie ich es war, oder die Botschaften bzw. Inhalte unaufgearbeitet in die Realität übertragen. Beides sind Szenarien, die keinesfalls empfehlenswert sind, sodass klargestellt werden sollte, dass dies KEIN JUGENDBUCH ist!

Ein schönes Cover, was von dem eklig und nahezu „gammligen“ Inhalt im Inneren des Buches ablenken will. Ich kann für dieses Buch einiges aussprechen, aber keine Leseempfehlung. Ich kann dieses Buch wirklich überhaupt nicht empfehlen – ganz und gar nicht; für absolut niemanden. Das wird auf lange Zeit wahrscheinlich erstmal das letzte Buch von Kelly Oram/Jackie May sein, welches ich gelesen habe, da sie mich jetzt doch bei den letzten Büchern eher enttäuscht hat. Die Handlung war kaum existent, mehr als chaotisch und hölzern. Ich empfand es als ganz schlimm, wie mit sensiblen Themen umgegangen wurde. So unreflektiert und einfach flach. Die Charaktere bleiben mehr als blass und Nora kann einem einfach nur leid tun. Ich weiß wirklich nicht, was man sich beim Schreiben dieses Buches gedacht hat. Ich kann nur betonen, keine Empfehlung für dieses Buch geben zu können!

Eure Michelle

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Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars und des Klappentextes.
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