[Rezensionsexemplar] Girl at Heart – Kelly Oram

[Rezensionsexemplar] Girl at Heart – Kelly Oram

Nachdem ich von „V is for Virgin“ begeistert, aber von „A is for Abstinence“ wirklich enttäuscht war, habe ich mich auf etwas Neues von Kelly Oram gefreut. „Girl at Heart“ ist ihr neuer Roman, in dem sich diesmal alles mehr um Spot dreht, genauer um Baseball. Damit habe ich so gar keine Erfahrungen, weswegen ich umso gespannter war.

  • Anzahl der Seiten: 320
  • Verlag: ONE
  • Preis: 12,90€
  • ISBN: 978-3-8466-0115-0
  • Link zum Buch*

Charlie Hastings ist Star ihres Baseballteams – und der typische Kumpeltyp. Als ihr bester Freund, Teamkollege und Schwarm mit einem anderen Mädchen ausgeht, ist sie am Boden zerstört. Veränderung muss her, und Charlie will den Sport an den Nagel hängen. Aber die Meisterschaften sind nah, und die Roosevelt High Ravens ohne Charlie aufgeschmissen. Da macht Kapitän Jace ihr ein Angebot: Wenn sie bleibt, hilft er ihr, mehr als Mädchen wahrgenommen zu werden. Vielleicht gewinnt er ja so ihr Herz …

Girl at Heart – Kelly Oram

Das Cover ist recht schlicht gehalten, was mich aber nicht gestört hat. Das Königsblau mit den goldenen Verziehrungen hat mir sofort gefallen. Ein Emblem über dem Titel zeigt die Sportart, um die es im Buch geht: Baseball. Ob die drei Sterne irgendwas spezifisches damit zu tun haben, weiß ich leider nicht. Ein schlichtes, aber schönes Cover.

Charlotte, Charlie, Hastings ist ein Phänomen in einer von Männern dominierter Sportart. Sie spielt in ihrer Highschool Baseball in der Jugendmannschaft – und sie ist sogar richtig gut darin. Doch zunehmend wird ihr bewusst, dass die Jungs sie nur als Kumpel, quasi als Jungen, wahrnehmen. Alls einige ziemlich miese Bemerkungen fallen, entscheidet sich Charlie dafür, dass eine Veränderung her muss. Endlich will auch sie wie ein Mädchen wahrgenommen werden. Und da tritt Teamkaptän Jace mehr in ihr Leben und hilft ihr dabei, sich selbst zu finden.

Ich mochte Charlie wirklich sehr. Sie ist eine tolle Protagonistin, mit der man mitfiebern kann. Ich habe ihren Wunsch nach Veränderung wirklich nachvollziehen können. Ich hätte mir vielleicht gewünscht, dass der Wunsch von ihr kommt, weil es sie wirklich stört, nicht nur, weil die Jungs die Bemerkungen haben fallen lassen. So war die Darstellung des Mädchens im „Jungensport“ schon sehr klischeehaft – als könnte es nicht funktionieren, wenn sie weiblich und Baseballspielerin ist. Trotzdem war Charlie eine sehr sympathische und offene Protagonistin, deren Lebensweg man gerne verfolgt hat. Vor allem ihre Entwicklung hat mir wirklich richtig gut gefallen. Sie ist immer mehr aus sich herausgekommen und hat sich selbst gefunden. Das war super.

Überrascht hat mich der Baseballkapitän Jace. Irgendwie hatte ich nicht mit so einem tollen, liebevollen Good-Guy-Protagonisten gerechnet. Ich dachte eher, da kommt jetzt ein arroganter Bad-Boy um die Ecke. Aber falsch gedacht! Jace hat mir fast noch besser als Charlie gefallen. Er ist soooo rücksichtsvoll und aufmerksam gewesen. Seine Handlungen und Intentionen waren wirklich aufrichtig und liebevoll, sodass einem das Herz wegschmilzt. Er war einfach der perfekte Freund und die perfekte Stütze, damit Charlie sich selbst finden kann. Trotzdem muss man sagen, dass beide nicht perfekt sind, aber das müssen sie auch gar nicht. 🙂

Die Figuren sind wirklich gut konzipiert und authentisch dargestellt. Naja, vielleicht bis auf einige Handlungen von Eric. Da habe ich mich schon gefragt, warum er sich jetzt doch so gekünselt aufregt. Wenn man seinen Hintergrund betrachtet ist es teilweise verständlich, aber mir war es trotzdem etwas toooo much.

Insgesamt hat die Autorin authentische Figuren erschaffen, die einen glaubwürdigen Hintergrund hatten, sodass man die Handlung gut nachvolziehen konnte. Sie schafft es, die Balance zwischen Kitsch und Drama zu halten. Mir hat das Buch wirklich viel Freude beim Lesen bereitet.

Baseball spielt hier eine zentrale Rolle. Das war ganz spannend, da ich sonst eher Sportarten wie Football oder Fußball aus Büchern kenne. Baseball war für mich neu und unbekannt. Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich nicht so viel Ahnung davon habe und mir die Begriffe jetzt nicht allzuviel gesagt haben. Erklärungen gab es dazu leider nur wenige. Schade. Trotzdem konnte man gut über die Begriffe drüberlesen und hat die Handlung auch ohne diese gut verstanden. Manche konnte man sich mit der Zeit sogar selbst erschließen.

Der Schreibstil lässt sich locker und flüssig lesen. Am Anfang war ich etwas skeptisch, eben weil ich die Darstellung schon am Anfang als sehr klischeehaft und etwas sexistisch empfand, doch das legt sich schnell. Die Dialoge und Handlungen sind toll beschrieben und machen Spaß, zu lesen. Ich bin quasi durch die Seiten nur so geflogen und habe das Buch innerhalb von zwei Tagen inhaliert.

Die Handlung zieht sich kaum, es ist eigentlich durchweg spannend zu lesen und Chalries Reise zu sich selbst zu verfolgen. Etwas Tiefgang hätte mir an manchen Stellen gut gefallen. Auch das Ende war dann ein bisschen sehr „Friede-Freude-Eierkuchen“, aber das ist ok. Man muss bedenken, dass es sich um ein Buch für eher junge Leser*innen handelt, wodurch die Darstellungen und das Ende relativiert werden und durchaus passen.

Ein toller Roman mit starker Protagonistin und charmanten Protagonisten. Mir hat das Buch gut gefallen, ein schönes Buch für Zwischendurch. Man fliegt nur so durch die Seiten. Wer auf der Suche nach einer locker-leichten und süßen Liebesgeschichte ist und nicht ganz so viel erwartet, wird hier genau richtig sein. Mir hat einige schöne Lesestunden beschert. 🙂

Eure Michelle

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Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.