[Rezensionsexemplar] Black Dagger: Winternacht – J.R. Ward

[Rezensionsexemplar] Black Dagger: Winternacht – J.R. Ward

Endlich geht es mit einer meiner liebsten Reihen weiter. Ich habe so lange gewartet, dass ich es kaum erwarten konnte, endlich wieder in die Welt der Black Dagger einzutauchen! Dementsprechend habe ich den Band auch innerhalb eines Tages inhaliert. „Winternacht“ ist mittlerweile der 34 Band der Reihe. Diesmal begleitern wir den Schatten Trez. Ihn kennen wir auch schon aus vorherigen Bänden. „Winternacht“ referiert sogar auf einen vorherigen Band, sodass hier Spoiler zu zentralen Ereignissen der Reihe zu finden sind. Wer also Trez Geschichte nicht kennt, sollte hier nicht weiterlesen, da Spoilergefahr besteht!

  • Anzahl der Seiten: 416
  • Verlag: Heyne
  • Preis: 10,99€
  • ISBN: 978-3-453-42491-3
  • Link zum Buch*

Seit dem Tod seiner geliebten Shellan Selena verbringt der mächtige Schatten Trez seine Tage in Trauer und Einsamkeit. Doch dann begegnet er im Restaurant seines Bruders der Kellnerin Therese. Trez, der überzeugt ist, dass die schöne Vampirin die Reinkarnation Selenas ist, verliebt sich Hals über Kopf in sie. Doch Therese hat mit eigenen Dämonen zu kämpfen, und wenn die beiden eine gemeinsame Zukunft wollen, müssen sie erst lernen, ihre Vergangenheit loszulassen …

Anders als die Cover der anderen Black Dagger-Bücher kommt dieser Band in einer hellen Farbe daher. Das helle, leicht eisig wirkende Blau weckt schon ein kühles, winterliches Feeling, was super zum Buch passt, da Schnee und Winter in der Handlung auch eine wichtige Rolle spielen. Damit hebt es sich optisch vom den Vorgängern ab. Leider muss ich aber sagen, dass mir die Frau auf dem Cover so gar nicht zusagt. Wüsste ich nicht, dass der Inhalt der Reihe sooo gut ist, hätten mich die Cover der Reihe wahrscheinlich eher abgeschreckt. Aber an alle interessierten Leser*innen: Lasst euch von den Covern nicht abschrecken!

Trez ist ein Schatten, eine Unterspezies der Vampire. Er hat seine Shellan (quasi seine Lebensgefährtin) Selena an eine schlimme Krankheit verloren und findet sich seitdem im Morast der tiefen Trauer wieder. Verständlich, wenn man weiß, was jedem Vampir seine Shellan bedeutet. Er vergräbt sich in dem Schmerz und lässt niemanden an sich ran. Nichtmal iAm, seinen Bruder. Doch eines Tages taucht Therese in Caldwell auf, beginnt als Kellnerin bei iAm zu jobben und bringt damit Trez‘ Gefühlswelt ziemlich durcheinander.

Therese will einfach nur alles hinter sich lassen. Sie fühlt sich von ihrer Familie zutiefst betrogen und hat deswegen ihre Heimat in Michigan verlassen. In Caldwell trifft sie auf Trez. Dieser fühlt sich sofort zu ihr hingezogen und das hat auch einen Grund: Therese sieht 1 zu 1 aus wie seine verstorbene Shellan Selena. Alles an ihr sieht genau wie Selena aus und erinnert Trez an sie.

SPOILER

Die beiden kommen sich näher, doch Trez fühlt sich schuldig, als würde er Selena betrügen. Bis Xhex ihn vermittelt, dass es sich bei Therese um die Reinkarnition von Selena handelt. Daraufhin beginnt Trez sich einzureden, dass Therese Selena ist und sich nur nicht an ihr altes Leben erinnert. Das stimmt jedoch nicht und führt relativ schnell zu Problemen, wie man denken kann.

Die Handung im Buch war irgendwie sanfter als sonst. Dramatisch, aber weniger actionreich. Die Handlung plätschert etwas vor sich hin, bis der Höhepunkt erreicht wird, als Therese begreift, dass Trez in ihr nur Selena sieht, ab dann wird es doch etwas actionreicher und geladener, wenn auch viel weniger als die vorherigen Bände. Dies geschieht erst relativ weit hinten im Buch, sodass es davor nicht gerade langweilig, aber auch nict sehr actionreich ist. Man merkt, dass es sich diesmal mehr um die Emotionen, Gedanken und Trauer der Protagonisten dreht.

Der Schreibstil war wie immer locker und flüssig zu lesen. Mir hat es wirklich gute gefallen und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Ich mochte die kleinen Ausschnitte zu den anderen Brüdern sehr, es hätten gerne noch ein paar mehr sein dürfen.

SPOILER

Für mich hat Lassiters Wunder keinen richtigen Sinn ergeben. Wie kann er Selenas Seele in Form von Therese in den Korb vor das Haus ihrer Mahmen gelegt haben, wenn Selena nicht vor Jahren, sondern vor Monaten gestorben ist? Hat der Engel die Zeit zurück gedreht oder wie? Das war für mich zu kurios und nicht nachvollziehbar, aber warscheinlich ist es einfach ein Wunder und Wunder muss man bekanntlich ja nicht verstehen. 😉

Ich hätte mir bisschen gewünscht, dass die Handlungsstrange aus den vorherigen Bänden wieder aufgegriffen werden? Irgendwie hat mir das hier gefehlt, aber ich glaube, der Band ist eher sowas wie ein Spin-Off (?), ansonsten kann ich es mir nähmlich nicht erklären, warum so gar kein Bezug zu den anderen Handlungssträngen da war. Da freue ich mich aber auf den nächsten Band, da sicherlich dort das Thema weitergeführt wird.

Insgesamt mochte ich Therese sehr gerne. Sie ist eine freundliche und tolle Protagonistin, der man gerne folgt. Auch Trez war cool und seine sarkastischen Gedanken waren teilweise sehr erheiternd. Beide haben mir zusammen als Paar gut gefallen, auch wenn ich das Ende dann etwas zu sehr nach Friede-Freude-Eierkuchen angefühlt hat. Also dieses „ich bin sie-sie ist ich“ war mir dann doch etwas zu viel des Guten. Da hätte es sicherlich besserer Alternativen gegeben.

Fans der Black Dagger-Reihe können sich auf einen neuen Roman in der Welt der Buderschaft freuen. Trez und Therese fesseln den/ die Leser*in fast durchgängig. Lassiter, Vishous und Betty geben einen schönen Rahmen um die Geschichte. Ich bin Trez und Therese gerne auf ihrer Reise gefolgt, auch wenn ich mit eine andere Auflösung gewünscht hätte.

Eure Michelle

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Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.