[Werbung] Stoneheart: Geraubte Flamme – Asuka Lionera

[Werbung] Stoneheart: Geraubte Flamme – Asuka Lionera

Nach „Nemesis“ habe ich mich gefreut, mal wieder ein neues Buch von Asuka Lionera zu lesen. „Stoneheart: Geraubte Flamme“ hat mich durch seinen Klappentext angesprochen, der mir eine starke Protagonistin versprochen hat, die den gesellschaftlichen Zwängen entkommt und für sich selbst einsteht. Das Cover hat mir leichte Schottland-Vibes beschert, sodass ich mich wirklich sehr auf das Buch gefreut habe.

  • Anzahl der Seiten: 394
  • Verlag: Impress
  • Preis: 12,99€
  • ISBN: 978-3551302694
  • Link zum Buch*

**Ein Herz aus Stein und Glut** 
Ezlain lebt in einer Welt, in der Männer das Sagen haben. Doch das hält sie nicht davon ab, gegen alle Regeln aufzubegehren. Als Strafe für ihren Ungehorsam soll sie den einzigen Menschen verlieren, der ihr jemals nahestand – ihre Sklavin Cressa. Um dem zu entgehen, beschließen die zwei Frauen ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Als Männer getarnt heuern sie auf einem Schiff an und fliehen vor den Zwängen ihrer alten Heimat. Doch das Meer trennt die beiden und trägt Ezlain an den einsamen Strand einer geheimnisvollen Insel. Hier begegnet sie einem Fremden, der ebenso rätselhaft ist, wie sie sich ihr ganzes Leben lang gefühlt hat …

Das Cover gefällt mir wirklich gut, auch wenn ich sagen muss, dass es nicht wirklich zur Handlung passt. Die Protagonistin Ezlain ist zwar gut getroffen, aber ich weiß nicht, wieso sie in einem Kleid dargestellt wurde oder was das drum herum so richtig mit der Story zu tun hat. Trotzdem ist es ein hübsches Cover!

Ezlain wächst bei ihrer Tante in adligen Verhältnissen auf. Ihr wird nachgesagt, ein Herz aus Stein zu haben. Aus diesem Grund hat sie nicht viele enge Freunde, eigentlich nur ihre Sklavin Cressa, die gleichzeitig ihre beste Freundin darstellt. Als Ezlain einen widerlichen Typen heiraten und Cressa an einen gewalttätigen Mann verkauft werden soll, beschließt Ez ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Gemeinsam fliehen sie auf ein Schiff, dass sie in ein neues Leben bringen soll.

Dies ist jedoch nicht einfach getan. Probleme und Herausforderungen gilt es zu bewältigen, zu denen auch ein überdurchschnittlich attraktiver Rotschopf namens Drayce gehört. Diesen mystriösen Mann lernt Ez auf ihrer Reise näher kennen und schafft es, ihn für ihre Sache „anzuwerben“.

Mehr möchte ich gar nicht sagen, jeder sollte die Handlung selbst weiter verfolgen, wenn er das möchte. 🙂 Für Drayce als Protagonisten lohnt es sich auf jeden Fall. Ihn mochte ich wirklich. Er ist ein typischer Beschützertyp, der immer einen frechen Spruch auf den Lippen hat. Er sticht durch seine flammenfarbenen Haare wirklich hervor, was ich mal erfrischend anders fand.

Wohingegen ich bei Ezlain doch enttäuscht wurde. Sie ist nicht die taffe Protagonistin, die ich mir erhofft habe. Von Cressa will ich da gar nicht erst anfangen, so viel Gejammer von ihr auf so wenigen Seiten, hat sie mir wirklich unsymphatisch gemacht. Aus diesem Grund war ich auch wirklich nicht traurig, dass sie den Großteil der Handlung nicht anwesend war.

Wo wir geich bei einem Hauptpunkt meiner Kritik sind: Cressas und Ezlains Freundschaft ist für mich nicht nachvollziehbar. Cressa tut nichts für Ez, Ezlain dagegen alles. Undzwar wirklich alles. Und das geht, ziemlich oft sogar, richtig krass weit. Ich möchte nicht spoilern, aber eine Tiggerwarnung an einer Beinahe-Vergewaltigungsszene finde ich schon irgendwie angebracht. Unabhängig davon wird Cressa in diesem Buch in den Himmel gehoben durch Ez. Mehr als einmal habe ich an Ez und ihren gesunden menschenverstand gezweifelt. Die Beziehung zwischen den beiden erschiehn mir alles andere als gesund.

Schnell habe ich gemerkt, dass ein Großteil des Buches Ez’s Gedanken und Jammerein und Sorgen um Cressa gelten. Das fand ich bisschen schade. Ihre Entwicklung ist für mich so sehr auf der Strecke geblieben. Als sie anfängt, endlich mehr aus sich raus zu kommen, scheint dies in dieser Welt nur durch Gewalt zu funktionieren. Oft habe ich mich gefragt, wieso Ez immer sofort zu gewaltvollen Handlungen greifen muss, anstatt als starke Persönlichkeit anders und überlegter zu Handeln. Ihre Gewalthandlungen richten sich ausschlichlich gegen Männer, wo wir bei noch einem Kritikpunkt wären.

Diese ganze Welt von Ezlain baut auf einem stigmatisierten Bild von Männern auf. Böse, widerliche Männer, die Frauen schlimme Dinge antun. Kein Mann, außer Drayce, hatte auch nur eine gute Eigenschaft. Niemand. Auch sonst sind scheinbar alle böse, nur Ez udn Cressa nicht. Die böse Tante, der böse Kapitän, die ekligen Seehmänner, die böse Alte, der schwache 14-Jährige, die einen andern Weg wählte als sie. Nur unsere gute Ezlain ist ein Engelchen und hat all das Böse in dieser Welt nicht verdient und kann sich da auch irgendwie nicht wehren. Außer wenn Drayce dabei ist und dann am liebsten mit Gewalt.

Die Autorin erzählt flüssig und auch oft recht spannend von Ezlain und ihren Abenteuern. Ich fand die Kapitel aus Drayce Sicht sehr interessant. Dort hat sich einmal mehr Ez komische Weltanschauung gezeigt. Wenn eklige Männer etwas falsches tun, dann ist das schlimm, aber wenn Drayce etwas böses tun, dann ist das ok und wir müssen dem armen Jungen verzeihen.

Die Chemie zwischen den beiden Protagonisten hat auf jeden Fall gestimmt und dort hat es mehr als nur einmal genistert und gefunkt. Anstatt, dass Ezlain sich ständig Sorgen um Cressa macht und dadurch für ganz schöne Längen sorgt, hätte sie eher mal mehr Zeit in diese Entwicklung stecken sollen. Schade Schade.

Das Ende war für mich nicht logisch und vor allem auch nicht nachvollziehbar. Dort haben sich einige Charaktere nicht so verhalten, wie es vorher angedeutet worden ist. Ich kann es nicht genauer erklären, ohne zu Spoilern, aber die Entwicklung bzw. das Verhalten hat sich nicht mit dem gedeckt, dass er/sie vorher an den Tag gelegt hat. Es endet aber spannend und natürlich möchte ich die Beziehung zwischen Ez und Drayce weiter erfolgen, sodass ich Band 2 wahrscheinlich lesen werde.

Insgesamt hat mich die Entwicklung zwischen Ez und Drayce in den Bann gezogen. Auch den Fantasy-Anteil mochte ich, auch wenn er ein bisschen zu kurz kam und sehr spät erst eingefügt wurde. Leider bleibt für mich ein etwas enttäuschter Resteindruck, da ich durch Nemesis anderes von der Autorin gewöhnt bin. Die Geschichte lässt sich flüssig lesen und überzeugt in den Dialogen zwischen den Charakteren. Ich vergebe 2,5 Bücher von 5 und hoffe, dass Band 2 mich mehr fesseln kann.

Eure Michelle

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