[Rezensionsexemplar]Crystal Skies: Erbin der Wächter – Viktoria Christians

[Rezensionsexemplar]Crystal Skies: Erbin der Wächter – Viktoria Christians

»Crystal Skies: Erbin der Wächter« ist ein romantisch-fantastischer Jugendroman aus dem Hause Impress. Im Zentrum der Geschichte steht die junge Jenna, die, seit sie denken kann, von Albträumen geplagt wird. Und das nicht nur nachts, auch tagsüber hat sie mit einem menschgewordenen Albtraum zu kämpfen: Zac. Er liebt es, sie zu ärgern, sie aufzuziehen, und trotzdem ist da diese Anziehungskraft zwischen ihnen. Und die ist alles andere als natürlich.

Es handelt sich dabei um einen Einzelband mit Potenzial zu einer Fortsetzung.

  • Anzahl der Seiten: 430
  • Verlag: Impress
  • Preis: 3,99 €, e-Book only
  • ISBN: 978-3-646-60606-5
  • Link zum Buch*

**Verliere deine Seele an die Gläserne Stadt** 
Jenna-Phiona Sinclair könnte eine ganz normale Schülerin sein, wären da nicht die unerklärlichen Albträume, die sie jede Nacht heimsuchen. Als sie vom Schlafmangel geplagt im Unterricht einnickt und dabei aus Versehen einen Dämon aus ihrem Englischheft heraufbeschwört, ist sie sich sicher, endgültig den Verstand verloren zu haben. Allein ihr verboten gut aussehender Mitschüler Zac scheint zu wissen, was mit ihr nicht stimmt – doch die Antwort liegt in weiter Ferne. Jenna muss in die Gläserne Stadt reisen, einen magischen Ort über den Wolken, um als angehende Totenwächterin ausgebildet zu werden. Dabei macht ihr nicht nur Zacs überhebliche Art das Leben schwer: Eine Armee aus dunklen Seelen ist ebenfalls im Anmarsch.

Ich muss zugeben, ich bin ein wenig masochistisch. Ich liebe Geschichten, in denen die Protagonisten eine gesunde Hassliebe pflegen. Irgendwie gibt das dem Ganzen einen tollen Kick. Und da der Klappentext ohnehin schon recht humorvoll wirkte, musste das Buch direkt auf meinem Reader landen.

Viktoria Christians’ Schreibstil ist solide. Hier und da könnte er vielleicht noch ein wenig ausgereifter sein, aber das kommt mit der Zeit. Rein stilistisch lässt sich »Crystal Skies« also gut lesen. Die Geschichte ist hauptsächlich aus der Ich-Perspektive von Jenna geschrieben, hier und da erfolgen kleine Einschübe aus Zacs Sicht, die dann aber vom allwissenden Erzähler dargestellt sind.

Charakterlich wartet dieser Einzelband mit einer kleinen, angemessenen Zahl Charaktere auf. Neben Jenna und Zac lernen wir noch einige Freunde und die Familie Zacs kennen. Die Dynamik zwischen Jenna und Zac ist dabei natürlich die relevanteste und ist nicht schlecht, aber ein wenig schnell. Ich denke, das größte »Problem« ist hier, dass das Buch tatsächlich eher von Jugendlichen gelesen werden sollte. Ich liebe Jugendbücher, aber leider hat Jenna gelegentlich eine gewisse Naivität, die ich zwar mit 16 oder 17 noch genau so unterschrieben hätte, heute aber ein wenig anstrengend finde. Wenn man sich das bewusst hält, hat man aber eigentlich keinen Grund zu meckern. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass der Zwist zwischen Jenna und Zac nicht ganz so schnell einfach abgehakt worden wäre, wenn man bedenkt, wie lange die beiden sich schon anfeinden.

Die Nebencharaktere gefallen wir recht gut. Natürlich muss man bedenken, dass in einem Einzelband nicht übermäßig viel Platz ist, um diese zu entwickeln. Der ein oder andere Charakter wirkt dadurch weniger greifbar, aber bis auf eine Ausnahme hat mich das nicht gestört.

Die Story selbst finde ich toll. Ich liebe Academy-Geschichten, weil sie einfach viel Platz für menschliche Fehler bieten. Das macht die Charaktere umso greifbarer. Man weiß einfach, dass die Protagonisten sich noch in der Entwicklung befinden. Auch die Idee der Totenwächter, eine Gruppe Übernatürlicher, die die Seelen in den Tod begleiten, hat mir gut gefallen. Das verspricht eine gewisse Tragik, die auch hier nicht zu kurz kommt. Leider fand ich das Ende dann sehr schnell. Die Idee war gut und hat mich tatsächlich überrascht, aber ein paar Seiten mehr hätten dem Ganzen einen stärkeren Kitzel und mehr Spannung gegeben.

Insgesamt ist »Crystal Skies« ein solides Jugendbuch, das ich aber tatsächlich eher der jüngeren Leserschaft empfehlen würde. Ein paar mehr Seiten hätten der wirklich guten Grundidee mehr Platz zur Entwicklung und für den Spannungsbogen gegeben, aber dennoch werde ich gerne wieder zu einem Buch der Autorin greifen.

Eure Caro

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Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.