[Rezensionsexemplar] Eloise: Hinter den Mauern des Feindes – Jessica Wismar

[Rezensionsexemplar] Eloise: Hinter den Mauern des Feindes – Jessica Wismar

»Hinter den Mauern des Feindes« ist der erste Teil der Dilogie um die junge Eloise, die als Straßenmädchen aufwuchs und ihre Ideale nutzt, um den Menschen dort ein besseres Leben zu bescheren. Dabei hat sie einen mächtigen Feind im Rücken, einen Orden, der sie als Ketzerin jagt und verurteilt.

  • Anzahl der Seiten: 341
  • Verlag: Impress
  • Preis: 3,99 €, e-Book only
  • ISBN: 978-3-646-60580-8
  • Link zum Buch*

**Kämpfe für das Gute und wachse über dich hinaus!**
Die Welt, in der Eloise lebt, ist rau und unerbittlich. Der Großteil der Menschen ist mittellos und lebt im Elend, Verrat und Verfolgung sind an der Tagesordnung. Doch Eloise hat ein gutes Herz – und sie ist eine Kämpferin. Stets darauf bedacht, im Verborgenen zu wirken, setzt sie sich für die Armen ein, auch wenn sie dabei ein hohes Risiko eingeht. Damit ist sie schon lange zu einer Legende geworden, deren wahre Identität kaum jemand kennt. Eines Tages aber geschieht das Unvermeidliche: Eloise wird enttarnt. Und obwohl auf ihre Taten die Todesstrafe steht, scheint es einen Mann zu geben, der das Urteil abwenden kann.

Mal wieder hat Impress hier ein wahres Klappentextschmankerl ausgepackt. Eine junge Aufständische, die ihre Werte und Ideale einer Sache widmet, die größer ist als sie selbst, bedeutet für mich oft eine sehr emotionale und idealistische Geschichte. Ich musste den ersten Band von Eloise sofort lesen. Ob es sich gelohnt hat? Lest selbst.

Bei Eloise handelt es sich um eine Art dystopisch-urbane Low-Fantasy-Geschichte (ich bin ehrlich unsicher, wo man es einordnen soll :D), die aber vor allem auch mittelalterliche Charakterzüge zeigt. Der Schreibstil von Jessica Wismar ist dem angemessen. Durchdacht, förmlich, aber trotzdem sehr angenehm zu lesen. Erzählerisch findet die Geschichte in einer dritten Perspektive statt, die mal aus Eloise’, mal aus Kastors Sicht – dem zweiten Protagonisten – und mal aus der Sicht einer Helferin Eloise’ näher betrachtet wird. Hier und da muss ich sagen, dass die Wortwahl ein wenig aus dem Setting ausgebrochen ist. Und auch wenn es für ein Debüt eine sehr gute Leistung ist, hätte die ein oder andere Wortdopplung weniger dem Lesefluss gutgetan.

Charakterlich hat die Geschichte definitiv einige Personen aufzuwarten. Zum einen natürlich die Protagonisten Eloise und Kastor, zusätzlich noch einige Nebencharaktere wie Mia, Leanne und zahlreiche Ordensangehörige. Ich bin nicht sicher, ob der ein oder andere Name weniger am Anfang nicht vielleicht ganz gut gewesen wäre. Dennoch haben die Charaktere alle ihre Daseinsberechtigung und wirken nicht deplatziert. Besonders bemerkenswert möchte ich hier hervorheben, wie vielseitig sie sind. Während Eloise rechtschaffen ist und versucht, es allen recht zu machen, ist Mia mindestens ebenso rechtschaffen, würde aber jedes Mittel nutzen, um der Sache zu dienen. Und Kastor ist als junger Ranghoher des Glaubensordens charakterlich sehr willensstark, wirkt aber zeitweise ein wenig naiv. Dafür war das Prickeln, das zwischen Kas und Elli herrschte, umso greifbarer und sprachlich mit unglaublich viel Realitätsgefühl dargestellt.

Die Story selbst ist nichts unbedingt Neues, Widerstandskämpfe laugen immer gleich ab, aber dennoch wirkt sie nicht langweilig. Ich bin nach einigen Startschwierigkeiten über die Seiten geflogen und finde das Ideal, das die Geschichte trägt, sehr wertvoll. Vor allem ist es schön zu lesen, dass nicht immer nur durch viel Geld Gutes getan werden kann, sondern ein armes Straßenmädchen so viel Gutes für eine soziale Schicht getan hat, dass sie als Heldin verehrt wird.

Aber was hat mir an der Geschichte nicht gefallen? Zum einen die ganzen Begrifflichkeiten, die der Geschichte eigen sind, aber nicht in dem vorhandenen Glossar und auch nicht im Erzähltext erläutert werden. So musste ich mir bei einigen Begriffen selbst zusammenreimen, was sie bedeuten könnte. Zum anderen auch ein paar Charakterzüge von Eloise. Während sie selbst ständig Gleichgesinnung zu Kastor predigt und möchte, dass sie sich ebenbürtig sind, habe ich einige Male das Gefühl gehabt, dass sie ihn sehr von oben herab behandelt.

»Eloise: Hinter den Mauern des Feindes« ist ein gutes Debüt, das hier und da ein paar Fehler und Schwächen hatte, aber gleichzeitig mit einer sehr starken Message und einer noch stärkeren Protagonistin aufwartet. Das Buch vereint Ideale in einer kastenorientierten Gesellschaft mit einer Liebe, die ebenjene Kasten trotz Herausforderungen zu überwinden versucht.

Eure Caro

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Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.