einfach magisch | Fantasy | Fantasyepos | Kracher | More Drama

[Rezensionsexemplar] Adular: Schutt und Asche – Jamie L. Farley

11. März 2019

Die Rezension erfolgt im Rahmen der Blogtour. Da ich bereits einen Themenbeitrag gestellt habe, findet ihr die Gewinnspielfrage unter dem hier verlinkten Post.


»Schutt und Asche« ist der erste Teil einer Trilogie, die dem Genre Dark Fantasy zuzuschreiben ist. Im Zentrum stehen Dûhirion und Elanor, die einer unterschiedlichen Rasse angehören und gegen die Unterdrückung der Dunkelelfen, denen Dûhirion angehört, im Königreich Adular kämpfen wollen.

Adular: Schutt und Asche – Jamie L. Farley

Taschenbuch: ca. 372 Seiten
Verlag: Sternensand Verlag
VT: 15. März 2019
Sprache: Deutsch
Preis: 4,99 € (ebook)/12,95 € (Taschenbuch)

 

Der Klappentext

Als Dunkelelf im Kaiserreich Adular zu leben, bedeutet, weniger wert zu sein als Straßendreck. Dûhirion ist einer von ihnen und musste früh lernen, dass das Leben nicht fair spielt, insbesondere dann nicht, wenn man mit grauer Haut geboren wird. Menschen, Zwerge, Waldelfen und Hochelfen blicken auf ihn und seinesgleichen herab wie auf Ungeziefer. Als Kind wurde er an die Assassinengilde Umbra verkauft und dort unter grausamen Bedingungen zum Meuchelmörder ausgebildet.
Eigentlich hatte er nicht geplant, sich in die beginnenden Aufstände seitens der Dunkelelfen einzumischen, auch wenn er die Unterdrückung seines Volkes nicht gutheißt. Doch da ist seine verbotene Liebe zur Waldelfin Elanor. Die Beziehung zu ihr lässt Dûhirion unfreiwillig ins Zentrum der Unruhen rücken – und dabei wird nicht nur sein Leben in Gefahr gebracht.

 

Die Charaktere

Dûhirion – Er ist der männliche Protagonist in »Schutt und Asche«. Als Dunkelelf geboren, aber schon früh von der Assassinengilde Umbra zu ihren Zwecken missbraucht, kennt er eigentlich nur ein Leben der Gewalt. Man kann darüber streiten, ob er besser dran ist als seine Gefolgsleute, die ihr Dasein in den Aschegruben, den Slums Adulars, fristen müssen, aber zumindest hat er ein Dach überm Kopf und regelmäßige Mahlzeiten. Not gegen Elend, wenn man so möchte. Es ist also kein Wunder, dass er sein Leben mit einem nicht enden wollenden Sarkasmus bestreitet, vielleicht sogar schon eher Zynismus. Nur die reizende Elanor kann ihm hin und wieder ein Lächeln entlocken. Dûhirion ist ein Charakter, der sicherlich nicht ganz leicht zu händeln war, aber ich finde ihn sehr gut gelungen. Er hat Prioritäten und Ziele, aber die Aufstände für sein Volk zu unterstützen, heißt er nicht immer so ganz gut. Zugegeben, hier fehlte es mir gelegentlich an Verständnis, aber seien wir mal ehrlich: Wer kann schon beurteilen, wie er handeln würde, wenn er nicht selbst mal in so einer Situation geseteckt hat?

Elanor – Die zarte Waldelfe ist unsere weibliche Protagonistin. Sie ist ein unglaublich liebenswerter Charakter und hat das Herz definitiv am rechten Fleck. Von Beruf ist sie Schneiderin, sie hat also nicht wirklich viel Einfluss in der Stadt, aber das hält sie nicht davon ab, sich für die Schwächeren einzusetzen. Und dafür bewundere ich sie maßlos. Sie setzt sich lediglich Grenzen, sobald sie an ihre Familie denkt, aber die Konsequenzen für sie selbst sind ihr egal. Und das zeichnet sie aus. Ich wünschte, einige Leute würden sich eine Scheibe von ihr abschneiden. Für mich ist sie diejenige, die dieses Buch zu etwas ganz Besonderem gemacht hat. Denn trotz all ihrer Umstände würde sie am liebsten zu ihrer Liebe stehen – ihrer Liebe zu Dûhirion.

 

Meine Meinung

Dark Fantasy und ich – seit ich alt genug für Blut und Gewalt bin, sind wir beste Freunde. Ich mag diese Stimmung, die mir Gänsehaut über den Rücken jagt. Ich mag es, dass in Dark Fantasy zu gerne gesellschaftskritische Themen angesprochen werden. Adular? Voll mein Ding.

Jamie L. Farley hat vorher lediglich die Kurzgeschichte in der Winterstern-Anthologie des Sternensand Verlags veröffentlicht. Er ist also quasi Debütant. Himmel, wenn das nicht mal ein Debüt ist. Da kann man nur von natürlicher Begabung sprechen. Der Schreibstil geht runter wie Butter, die Seiten lesen sich wie guter Kaffee und er kann unglaublich gut beschreiben. Als Riesenfan von Kai Meyer muss ich hier sagen: Herr Meyer, sie haben da gerade Konkurrenz auf der Seite der männlichen Autoren für mich bekommen.

Die Geschichte selbst startet mit einer Szene, wie sich Elanor und Dûhirion kennenlernen. Wir haben also keine wachsende Liebesgeschichte durch die Geschichte hinweg, sondern eine, die schon besteht und die es gegen die Obrigkeit zu verteidigen gilt. Dabei haben wir verschiedene Instanzen, die in »Schutt und Asche« agieren: die Aufständischen – in unserem Fall lernen wir vor allem die Weiße Feder kennen -, die Assassinengilde Umbra – die von der Obrigkeit unbehelligt agieren darf – und die Obrigkeit selbst, sprich die Stadtwache und Politiker. Dazu haben wie ein System der Unterdrückung. Wald- und Hochelfen leben in Adular frei, Dunkelelfen sind ihre Sklaven. Liebesbeziehungen mit Dunkelelfen sind verboten, ihnen zu helfen ebenso. Und da setzt unsere Geschichte eigentlich an.

Es ist eine Geschichte voller Spannung, mit Actionanteilen, aber auch mit Punkten, die eigentlich zum Nachdenken anregen sollen. Die nicht nur die dortige Gesellschaft, sondern auch unsere unter die Lupe nehmen. Und das hat mich schwer beeindruckt. Man will wissen, was als Nächstes passiert. Was wird mit Elanor und Dûhirion? Wo doch scheinbar alles gegen sie steht. Und warum zum Teufel müssen die Dunkelelfen sich so behandeln lassen? Es geht nicht nur um eine Liebesgeschichte, die man mit Spannung verfolgt, es geht um so viel mehr. Und während all dieser Fragen lernen wir die Charaktere immer besser kennen, lernen auch andere Charaktere kennen. Zum Beispiel Arik, der ein begandeter Magier und ein Kopf der Weißen Feder ist. Und der das Herz ebenso am rechten Fleck hat wie Elanor. Und dann noch Dûhirions Freunde aus der Gilde, die er schon sein Leben lang zu kennen scheint, und die einen schlussendlich doch ziemlich überraschen. Zum Guten oder zum Schlechten – das müsst ihr selbst herausfinden.

Für mich besticht »Schutt und Asche« nicht nur mit sehr gut ausgearbeiteten Charakteren, sondern auch mit einer Handlung, die von vorne bis hinten durchdacht ist. Die nicht überstürzt wirkt, ihre Wenden zum richtigen Zeitpunkt hat und den Leser immer wieder dazu animiert, auch selbst nachzudenken. Dûhirion und Elanor wirken unglaublich greifbar in dem, was sie tun, was nicht zuletzt dem unglaublichen Schreibstil des Autors geschuldet ist.

Eure Caro

 

Danke an den Sternensand Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung
* Der Link führt euch auf die Seite des Verlags, damit ihr das Buch kaufen könnt!
Werbung, da Markennennung und es ein kostenloses Rezensionsexemplar ist.
Bilder und Klappentext wurden vom Verlag bereitgestellt.


Weitere Rezensionen findet ihr hier:

Süchtig nach Büchern
Bücherleser
Lila Bücherwelten


Only registered users can comment.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.