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[Rezensionsexemplar] Sanni: Prequel zu Deceptive City – Stefanie Scheurich

3. Februar 2019

Mit »Sanni« hat Stefanie Scheurich nach ihrem großartigen Dystopie-Auftakt »Deceptive City« (Rezension verlinkt) die Geschichte des Charakters Susi für uns in Worte gefasst. Mit »Sanni« werden wir also in dasselbe Universum geführt und lernen zu verstehen, wer Susi ist. Und viel wichtiger: Warum sie da ist, wo sie heute ist.

Sanni – Stefanie Scheurich

Taschenbuch: ca. 532 Seiten
Verlag: Sternensand Verlag
VT: 25. Januar 2019
Sprache: Deutsch
Preis: 3,99 € (ebook)/KU/16,95 € (Taschenbuch)

 

Der Klappentext

Was würdest du tun, wenn ein Mensch, den du liebst, einfach verschwindet?
Was würdest du riskieren, um ihn zurückzubekommen?

Die siebzehnjährige Susanna hat alles außer echten Problemen. Als Mitglied einer privilegierten Gesellschaft, die ihr perfektes Leben in einer Stadt hinter schützenden Mauern führt, gleicht ihr Dasein einem Hauptgewinn. Nur ist ihr gar nicht bewusst, wie viel Glück sie tatsächlich hat.
Nachdem ihr Bruder jedoch eines Tages spurlos verschwindet, setzt sie alles daran, ihn zu finden, und stößt dabei auf Wahrheiten, die ihr den Boden unter den Füßen wegreißen.

 

Die Charaktere

Sanni – Uns ist sie durch DC besser bekannt als Susi, ihr richtiger Name ist Susanna. Wir lernen sie durch dieses Prequel als 17-jähriges Mädchen kennen, das selbstbewusst, aber auch ein bisschen rebellisch ist. Mit ihrer Familie kommt sie nicht wirklich hin, dafür aber umso mehr mit ihrem kleinen Bruder Geoffrey und ihrem besten Freund Theo. Sie ist eine wirklich treue Seele, solange man ihren Respekt hat, und nicht auf den Kopf gefallen. Und viel wichtiger: Sie lässt sich nicht alles gefallen. Was ihr noch den Kopf kosten kann.

Theo – Er ist Sannis bester Freund. Auch ihn konnten wir in DC schon kennenlernen. Theo ist ein hübscher junger Mann, der Sanni total verfallen ist. Dabei wirkt er aber keinesfalls erbärmlich, eher wie ein Kerl, der weiß, was er will, und sich auch nicht zu schade ist dafür zu kämpfen. Ich mochte ihn eigentlich sehr, denn bis auf einige wenige unnötige Äußerungen ist er ein wirklich vernünftiger Typ, der noch dazu wirklich, wirklich intelligent ist.

 

Meine Meinung

Als ich gehört habe, dass Susi ihre eigene Geschichte bekommen wird, war ich sofort Feuer und Flamme. Wer DC gelesen hat, wird sich sicherlich auch gefragt haben, wer diese mysteriöse Frau, die Mitchell so bereitwillig hilft, eigentlich ist. Was passiert ist. Ich warne vor: Ich bin nicht sicher, ob es sinnvoll ist, »Sanni« vor »Deceptive City« zu lesen. Erstens kann man sich durchaus spoilern, zweitens befürchte ich, dass einem die Zwischensequenzen dadurch, dass man eventuell DC noch nicht  kennt, nicht wirklich als sinnhaft empfindet. Daher meine Empfehlung, DC zuerst zu lesen 🙂 Ist ja auch nicht so, dass es sowieso zuerst erschien 😉

Stefanies Schreibstil in diesem Roman ist mal wieder hinreißend. Sie versteht es unglaublich gut, Gefühle zu vermitteln. Sanni war für mich durch ihren lebhaften Schreibstil jederzeit greifbar. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht so genau, was es ist, dass sie es bisher immer geschaft hat, dass ich mich so ideal in einen Charakter hineinversetzen konnte. Auf jeden Fall schafft sie es und das verschafft mir das ultimative Lesevergnügen. Sie hat Schwung in ihrer Erzählung, Emotionen haben Raum zu greifen und werden fantastisch beschrieben, ohne es zu übertreiben.

Die Geschichte selbst ist … atemberaubend. Für mich jedenfalls. Im Endeffekt wissen wir ja, worauf das Buch hinausläuft. Wir wissen eben nur nicht, warum es dazu gekommen ist. Und ganz ehrlich – der Grund ist wirklich tragisch. Aber  zum Anfang. Die Geschichte nimmt ganz gemütlich Fahrt auf. Dabei ist sie aber nicht langweilig, da Stefanie einem genügend Gründe gibt, um sich zu ärgern oder Susi auch mal zu verteufeln. Zum Beispiel weil sie nicht mit ihren eigenen Gefühlen umgehen kann. Aber das macht Teenager eben aus, oder? Und dann passiert ihrem kleinen Bruder diese Kleinigkeit. Diese Unstimmigkeit, die ihn in die MeF führt. MeF? Ja, DC-Leser ahnen schon was. Nicht-DC-Leser: Medizinische Forschungseinrichtung. Und ab da nimmt das Chaos seinen Lauf. Und ich finde es schön, wie sehr Theo an Sannis Seite bleibt. In jeder Lage. Garniert wird das Ganze mit einer … halben? Liebesgeschichte, die mein Herz zum Pochen und Weinen gebracht hat. Das Schicksal ist ein mieser Verräter, sag ich nur. Denn ab dann überschlagen sich die Ereignisse. Und die Geschichte ist zur jeder Zeit nachvollziehbar. Es sind keine Logikfehler vorhanden, das Handeln der Protagonistin wirkt vielleicht impusliv, aber ich kann zumindest von mir behaupten, dass ich es nicht anders getan hätte.

Leider empfinde ich den Schluss als etwas schnell. Hier hätten ein paar mehr Seiten möglicherweise etwas Aufklärung oder Erzählerlebnis geschaffen, um noch ein bisschen mehr über Susi zu erfahren. Und ihre Verbindung zu Mitchell und Fletcher.

Alles in allem ist »Sanni« ein fantastisches Prequel zu einer fantastischen Dystopie. Es ist emotional erzählt, aufregend, aber auch zum Wütendwerden und dramatisch. Sannis Geschichte ist bewegend und ich bin dankbar, dass Stefanie sie mit uns geteilt hat. 500 Seiten sind einfach dahingeflogen, ohne dass ich es gemerkt habe. Flüssig erzählt, bewegend geschrieben und noch neugieriger machend auf den nächsten Teil der Reihe.

 

4,5 Sterne für dieses tolle Prequel!

Eure Caro

Danke an den Sternensand Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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Bilder und Klappentext wurden vom Verlag bereitgestellt.

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