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[Rezensionsexemplar] Venturia – Regina Meißner

14. Dezember 2018

»Venturia« ist der erste Band eines Fantasy-Epos, der von der jungen Tiana handelt, die den Traum eines jeden Mädchens lebt, sich selbst aber in den Mauern ihres Palastes gefangen fühlt und ihre Ketten zu sprengen lernt.

Venturia – Regina Meißner

 

Taschenbuch: ca. 370 Seiten
Verlag: Sternensand Verlag
VT: 14. Dezember 2018
Sprache: Deutsch
Preis: 6,99 € (ebook)/12,95 € (Taschenbuch)

 

Der Klappentext

Die siebzehnjährige Tiana führt ein beschauliches Leben im Schloss von Bel Aniz. In der Prinzessin glüht der Wunsch nach Freiheit und nach Antworten auf Ungereimtheiten, die ihr immer häufiger auffallen. Was ist das geheimnisvolle Land Venturia, über das niemand im Schloss reden darf? Warum ist der König so abweisend, sobald das Gespräch auf Magie gelenkt wird?
Doch statt Tianas Fragen zu klären, planen ihre Eltern sechs Bälle, um einen geeigneten Gemahl für ihre Tochter zu finden. Nachdem der erste Ball allerdings vollkommen anders als geplant verläuft, findet sich die Prinzessin auf einmal in einem Strudel aus Ereignissen wieder, der alles, was sie bisher geglaubt hat, als Lüge entlarvt und sowohl ihre Zukunft als auch ihre Vergangenheit infrage stellt.
Als sie von einem Fremden verschleppt wird, ist das nur noch der letzte Windhauch, der ihre heile Welt zum Einsturz bringt. Wird es ihr gelingen, aus diesen Trümmern zu entkommen und herauszufinden, wer sie wirklich ist?

 

Die Charaktere

Tiana – Sie ist die Protagonistin mit gefühlt eintausend Vornamen. Tia lebt in einem Schloss in Bel Aniz und als einzige Thronerbin muss sie langsam heiraten, um ihre Position zu festigen. Blöd nur, dass das der eigensinnigen und selbstständigen jungen Dame gar nicht in den Kram passt. Ich mag Tia. Sie nimmt nicht immer alles nur hin, sie hinterfragt kritisch. Sie ist ziemlich stark, aber trotzdem verletzlich, was sie sehr menschlich macht. Denn hinter jeder starken Frau steckt auch nur ein weiches Herz. Was sie ausmacht sind ihre Wissbegierde, ihr Mut und ihr Drang nach Freiheit. Manchmal wirkt sie vielleicht ein bisschen naiv, aber man darf eben nicht vergessen, dass sie gerade mal 17 Jahre alt ist und wir in dem Alter durchaus genauso naiv waren.

Ich möchte hier nicht weiter auf die weiteren Charaktere eingehen, da ich euch damit spoilern könnte.

 

Die Geschichte

Ich liebe Reginas Märchen und auch wenn ich Venturia defintiv als High Fantasy bezeichnen würde, da wir hier eben nicht an Grimm oder sonstige Volkssagen anlehnen, hat sie das ganze doch als Erzählung verpackt. Und wenn Regina eines kann, dann solche Geschichten schreiben! Wie hätte ich also daran vorbeilaufen können?

Die Geschichte um »Venturia« wird aus der Ich-Perspektive von Prinzessin Tiana erzählt. Wir haben also direkten Einblick in ihre Gedanken und – bei Gott – die sind gelgentlich sehr lustig. Das Leben am Hof stelle ich mir genau so vor, wie Tia es beschreibt. Reginas Schreibstil ist passend zu einer Erzählung auch nicht besonders modern, aber auch nicht veraltet. Er ist verspielt und ist so perfekt für eine derartige Geschichte, die eben mittelalterlich magisch ist.

Die Charaktere in »Venturia« sind sehr speziell. Man hat das Gefühl von Extremen, aber so stelle ich es mir auch vor. Der König, der absolut gar nicht von Magie hält und sich völligst dagegen verwehrt (was durchaus auch in unserer Welt zu finden wäre), die Königin, die ihre Tochter über alles liebt und sie nur glücklich sehen will, Tia, die ihren eigenen Kopf durchsetzen will, diverse Höflinge, die so ziemlich alles tun würden, um in der Gunst der Königsfamilie zu stehen … und dann noch der Love-Interest von Tia. Warum ich ihn nicht benenne? Na ja, es gibt schließlich einen tollen Ball, damit die junge Dame einen passenden Gatten findet, und ich will euch das doch nicht vorwegnehmen 😉 Ich mag den Love-Interest sehr. Er ist anders. Er ist sehr erwachsen, weiß, was Verantwortung bedeutet, und scheut sich auch nicht davor, Dinge zu opfern, um seine Freunde zu schützen. Die Charaktere sind sehr gut durchdacht, lassen aber auch viel Spielraum für ihre Entwicklung. Besonders die Königin von Bel Aniz ging mir hier sehr nah.

Die Geschichte selbst nimmt langsam, aber stetig fahrt auf. Der Anfang führt uns natürlich in die Welt von Bel Aniz ein, auch wenn ich mir hier gewünscht hätte, dass die Anreden der Leute etwas deutlicher und früher erklärt worden wären. Wir lernen also Bel Aniz und seine Gepflogenheiten kennen, Tia und den Rest des Hofes. Mir gefällt die Herangehensweise, die zeigt, dass Tiana durchaus oft genug gelangweilt ist, aber kleine Ereignisse in der Geschichte immer wieder zeigen, dass es eine Menge Konfliktpotenzial geben kann. Und schlussendlich kommt es, wie es kommen muss: Tia macht eine unschöne Erfahrung und wird neugierig. Venturen. Die seltsame Bezeichnung lässt sie nicht mehr los und schon sind wir mitten im Geschehen. Es passieren Wendungen, die unvorhergesehen sind, aber auch Wendungen, mit denen wir als Leser rechnen – was ich nicht schlecht meine, es zeigt nur, dass wir uns genau das von der Geschichte erhoffen. Wir haben Action, aber vor allem viel Leid und Drama. Sehr viele Gefühle, Verlust und Misstrauen. Eine Tia, die lernen muss, dass das, was man denkt zu wissen, nicht immer die Wahrheit ist. Ich habe eine Magie kennengelernt, von der ich finde, dass sie die schönste ist, und ich bin froh, dass Regina diese hier eingebaut hat. Und schließlich kommt es zum großen Finale. Zumindest vor Band 2. Und ich sage euch, der Cliffhanger ist unschön. Nachdem mein Herz aufgehört hat zu schlagen, haben die letzten paar Sätze es wieder rasen lassen.

»Venturia« ist eine Erzählung, die Magie, Liebe und Mut vereint. Die zeigt, dass man Dinge auch kritisch hinterfragen muss, vor allem wenn jemand der festen Überzeugung ist, recht zu haben. Tiana ist die perfekte Protagonistin dafür, denn sie schöpft aus einem Tiefschlag nur weitere Kraft und lässt sich nicht kleinmachen.

Eure Caro

 

Danke an den Sternensand Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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Bilder und Klappentext wurden vom Verlag bereitgestellt.

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