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[Rezensionsexemplar] Von der Wahrscheinlichkeit, dass es dich nicht gibt – Francesca Zappia

2. Juli 2018
Von der Wahrscheinlichkeit, dass es dich nicht gibt – Francesca Zappia

»Von der Wahrscheinlichkeit, dass es dich nicht gibt« ist ein Roman, der sich mit geistigen Krankheiten, speziell Paranoia und Schizophrenie auseinandersetzt. Und damit, wie man mit so etwas umgeht und wie wichtig Vertrauenspersonen in diesem Zusammenhang sind. Es handelt von Alex und Miles. Und von Leuten, die lieber die Augen verschließen.

Print: 384 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
VT: 20. April 2018
Sprache: Deutsch
Preis eBook/Print: 13,99 €/15,95 €

 

Der Klappentext:

Es gibt keine Gewissheit …

Alex hört Stimmen, spricht mit Gegenständen und manchmal auch mit Hummern. Als sie neu an die Schule kommt, zählt für sie nur eines: den Abschluss zu schaffen und an einem guten College angenommen zu werden, ohne dass jemand merkt, was mit ihr los ist. Doch dann begegnet sie Miles – und ist geschockt, denn seine blauen Augen erinnern sie an eine Begebenheit aus ihrer Kindheit, die sie für eine Halluzination hielt. Ist Miles der Junge, dem Alex als Kind im Supermarkt begegnete? Mit dem sie gemeinsam Hummer aus einem Aquarium befreite? Und ist es wahr, dass Schuldirektor McCoy einen Mord an ihm plant? Oder hat sie sich ihn und das alles nur ausgedacht?

 

Die Charaktere:

Alex – Sie ist die 17-jährige Protagonistin und leidet schon seit früher Kindheit an Schizophrenie und starker Paranoia. Entsprechend ist sie oft frustriert, sieht Dinge, die nicht da sind, und hat große Probleme mit ihrem sozialen Umfeld. Nicht, weil es ihr extrem schwerfällt, mit Menschen zu reden. Nein, sobald Menschen ihren »Zustand« mitbekommen, bekommen sie Panik. Aber Alex ist für mich eine wirklich liebevolle Person. Ja, es fälllt ihr schwer zu vertrauen, aber sie bemüht sich. Und sie entwickelt sich.

Miles – Der Antagonist/Motivator/Beistand/Grund, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Alles auf einmal. Er ist ein richtiges Arschloch. Wirklich. Am Anfang. Und je mehr man von ihm erfährt, desto mehr liebt man ihn. Und er versteht Alex’ Situation so gut sie kein anderer. Aber die Geschichte muss er euch selbst erzählen.

 

Meine Meinung:

Ich muss zugeben, das Buch hat mich ordentlich verwirrt und durcheinandergebracht. Nicht, weil ich es zu kompliziert empfand, nein. Es war im Gegenteil einfach sehr authentisch und lebensecht. Als kleine Vorwarnung: Ich habe mich ein wenig mit Schizophrenie auseinandergesetzt. Solltet ihr auch, bevor ihr das Buch lest, damit kein falscher Eindruck entsteht.

Wir erleben die Gedanken und Gefühle aus Alex’ Ich-Perspektive. Der Schreibstil ist altersgerecht, sehr authentisch und extrem emotional. Er hängt sich scheinbar willkürlich an unwichtigen Dingen auf, was für diese Krankheit aber typisch sein kann. Jedes Detail kann real oder nicht real sein.

Die Charaktere ergeben eine bunte Mischung. Loyalität und Egoismus, High-School-Drama meets Intrigen meets geistig Kranke. Und es ist genau diese Mischung, die diese Geschichte für mich so explosiv, fesselnd und gleichzeitig unglaublich emotional macht.

Es ist nicht so, dass der Roman auf jeder Seite vor Action strotzt. Sollte er auch gar nicht. Er setzt sich mit der Sicht einer Schizophrenen auseinander, die viele Probleme hat. Mich hat das Buch oft genug verwirrt. Ich war unsicher, was echt und was nicht. Ich will mir gar nicht ausmalen, wie es einem Schizophrenen geht, der darunter sein ganzes Leben lang zu leiden hat. Ich wurde auf diesen knapp 400 Seiten schon halb wahnsinnig.

Und trotzdem sieht man diese deutliche Entwicklung. Nicht nur bei Alex, und das finde ich besonders schön. Ihr Umfeld entwickelt sich mit ihr. Diese Geschichte ist emotional so tief ergreifend, dass ich jetzt immer noch keine Worte dafür finden kann. Ja, sie ist verrückt. Ja, sie ist nicht einfach. Aber das sind wir auch nicht immer. Sie ist es eben nur auf einer anderen Ebene. Für mich hat dieser Roman Bewusstsein und Klarheit geschafft. Verständnis.

Alex ist für mich eine wahre Heldin. Sie muss all das irgendwie meistern. Und trotzdem schafft sie es irgendwie, sie selbst zu bleiben. Auf ihre ganz eigene Weise. Zu leben. Sie verzweifelt oft genug, aber dann ist da Miles. Und er gibt ihr so viel Mut und Kraft.

Diese Geschichte ist sicher nichts für Leute, die Probleme mit psychischen Krankheiten haben. Aber sie ist etwas ganz Besonderes. Sie inspiriert, schenkt Hoffnung und macht Angst, dass das, was wir sehen, möglicherweise nicht real ist. Nie gewesen ist. Es ist ein Liebesroman der ganz besonderen Art, denn mehr als Liebe verdeutlicht er, wie wichtig Vertrauen und Ehrlichkeit sind.

5 von 5 Sternen und mein persönliches Must-Read!

Eure Caro

 

PS: Ich bedanke mich bei der dtv Verlagsgesellschaft für das Rezensionsexemplar. Das Rezensionsexemplar hat meine Bewertung jedoch in keinem Punkt beeinflusst.

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Bilder und Klappentext werden von der dtv Verlagsgesellschaft bereitgestellt.

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